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22.02.12
Der langjährige 1-2-3.tv-Geschäftsführer Andreas Büchelhofer wechselt nach seinem überraschenden Ausstieg bei 1-2-3.tv zum Branchenführer QVC nach Düsseldorf. Dort wird er - der unternehmensinternen Ankündigung zufolge - zunächst eine Art Trainee-Programm absolvieren:
"Dr. Andreas Büchelhofer wird am 1. März seine Tätigkeit für QVC aufnehmen.
In den ersten beiden Monaten wird er das Geschäftsmodell von QVC national und international kennen lernen, bevor er zum 1. Mai in seiner neuen Aufgabe als Director Multimedia Sales Strategy starten wird.
Mittelfristig wird Herr Dr. Büchelhofer eine Führungsaufgabe im internationalen Umfeld von QVC übernehmen. Wir freuen uns, Herrn Dr. Büchelhofer für diese Aufgabe gewonnen zu haben!"
Vermutlich ist selten jemand mit offeneren Armen aufgenommen worden.
Als Branchenpionier zählt Andreas Büchelhofer zu den führenden Kennern und Köpfen der Home-Shopping-Branche. Er hat in den letzten 16 Jahren zunächst HSE24 (zu der Zeit noch HOT Home Order Television) groß gemacht hat und danach in unternehmerischer Verantwortung 1-2-3.tv aufgebaut.
Mehr als verwunderlich (bzw. auch wieder nicht, wenn man die Headhunter-Branche kennt, siehe den zweiten Teil im Kommentar), dass, wenn schon mal ein mit allen Wassern gewaschener Praktiker auf den Markt kommt, dieser nicht umgehend von einem ambitionierten Onliner geholt wird.
Die "100.000 Euro"-Jobs sind im übrigen wirklich als Chance für den (Online-)Handel gedacht, die im Online-Markt größtenteils unbeleckten Personalberater zu umgehen, und die Branche direkt auf spannende Jobs im (Online-)Handel aufmerksam zu machen. Es gibt momentan soviele Topleute auf dem Sprung, die nur auf die nächste Chance warten. Wir weisen natürlich gerne auch auf "500.000 Euro"-Jobs hin (jobs@excitingcommerce.de).
Frühere Beiträge zum Thema:
Wie QVC HSE24 das Wasser abgräbt (und umgekehrt)
Der boomende Beauty-Markt im elektronischen Versandhandel
1-2-3.tv-Chef Andreas Büchelhofer zum Home Shopping Markt
21.02.12
Keine Frage: Auch Frauen finden beim Online-Einkauf problemlos alles, was sie suchen. Aber leider auch nicht mehr. Kauflust wecken ist nicht gerade die große Stärke des E-Commerce, wie wir ihn heute kennen:
Dem deutschen Online-Handel entgehen so jährlich mehrere Milliarden Euro. Weil Frauen im Internet zwar ihren Bedarf decken, sich aber online noch nicht annähernd so inspiriert fühlen, wie man das sonst von ihnen kennt (siehe auch Was die Modebranche leichtfertig an Online-Potenzial verschenkt).
Was also wollen Frauen im E-Commerce? - "Gender Innovation" ist eines der großen Themen auf der Exceed 2012. In einem Panel mit Imedo-Geschäftsführerin Julia Derndinger, Westwing-Gründerin Delia Fischer und anderen wollen wir dieses Thema diskutieren.
Zugleich geht es auf der Exceed-Konferenz aber natürlich auch darum, warum Investoren Startups von Frauen meist links liegen lassen - und welche Perspektiven es für Gründerinnen gibt?
Als Speaker(innen) mit dabei sind u.a. Beate Rank, die mit ihrem Partner Tradoria (inzwischen: Rakuten Deutschland) aufgebaut hat und Baby-Basket-Gründerin Annemarie Grund (zum Thema Shoppingparties).
Wir haben diesmal besonders viele Anmeldungen von E-Commerce-Frauen - in Startups, in Agenturen, in Handelshäusern und in Investmentgesellschaften. Deshalb werden wir erstmals auch einen speziellen Networking-Bereich einrichten, wo sich Frauen auch untereinander ungestört austauschen und vernetzen können.
Weitere Schwerpunktthemen der Exceed 2012 sind Neue FInanzierungsmodelle und die Mass Customization 500. Neben vielen Startups und Gründerstories gibt es in den anderthalb Tagen Berlin außerdem jede Menge Impulse und Updates - von Social Filtering bis hin zu Gamification-Ansätzen.
Tickets für die Exceed-Konferenz am 22./23.3. gibt es diese Woche noch ab 99 Euro. Eine erste Programmversion ist mittlerweile online.
Frühere Beiträge zum Thema:
The Big Shift and The Future of the Feminine Archetype
Citrus Lane, Plum District, Julep und mehr Ideen für Frauen
Gender Innovation: Wer knackt den Online-Code der Frauen?
Was die Modebranche leichtfertig an Online-Potenzial verschenkt
Wie sehr Frauen beim Online-Shoppen ausgebremst werden
E-Commerce für Frauen: Der Beginn einer neuen Ära
Frauen als Innovationstreiber für den E-Commerce
Das weibliche Web: Wo bleiben die Frauenkonzepte?
24-Hour Shoppers: Understanding Online Shoppers in Europe
"What Drives Social? What Drives Commerce?"
21.02.12
Die beiden Beiträge zur Buchindustrie ("Der deutsche Buchhandel steht zum Verkauf") sind am Wochenende nicht zuletzt dank Rivva auf ein erstaunliches Echo gestoßen.
Siehe ergänzend dazu auch Marcel Weiß' Anmerkungen ("Der Job der Buchbranche") oder "Erfindet Opas Verlagshaus neu!" im bvh-Blog.
epubli-Gründer Jörg Dörnemann schildert im Buchreport-Blog, was im Publishing-Geschäft inzwischen jenseits der arrivierten Buchbranche möglich ist ("Kurze Jammerpause, bitte!") - und gibt dabei auch ein paar Einblicke in die eigenen Geschäfte.
Dem wollen wir uns anschließen. Hier die 2011er Bestellentwicklung von E-Commerce für Fortgeschrittene ("50 Denkanstöße für den Online-Handel von morgen"), die im Dezember einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat und sich, nachdem nach den ersten 500 Exemplaren der "Social Proof" erbracht worden ist, in bis dahin ungekannte Höhen aufgeschwungen hat:
Die Denkanstöße, die alle Exciting Commerce Themen - von der "neuen Vielfalt bei den Geschäftsmodellen" bis hin zum "E-Commerce für Frauen" abdecken, haben, ob als Taschenbuch oder als eBook, sämtliche unserer Erwartungen bei weitem übertroffen.
Und sie haben uns darüberhinaus sehr viel über die Mechaniken im neuen Publishinggeschäft gelehrt, speziell, wie sich ein Buchprojekt völlig risikolos ausschließlich aus den Einnahmen heraus (re)finanzieren lässt - von den ersten 100 Exemplaren, die als Testauflage on-demand gedruckt wurden bis hin zu den mittlerweile 250er Auflagen, die epubli aus dem Cashflow vorproduziert ab Lager liefert.
Noch sind sich die Autoren über die Möglichkeiten der Direktvermarktung viel zu wenig bewusst. Aber wer ohnehin publizistisch tätig ist (vom Blogger bis zum Kolumnisten), findet hier ideale Möglichkeiten, um seine Texte in zusätzlicher Form zu vermarkten.
Zur Orientierung: Der Gesamtumsatz der Denkanstöße, die mit 9,99 € bzw. 12,99 € bewusst niedrig bepreist sind, belief sich bisher auf gut 9.000 Euro, gut 30% davon bleiben dem Autor. Damit wird man nicht reich. Aber um dieselben Einnahmen bei einem regulären Verlag zu erzielen, müsste man etwa dreieinhalb Mal soviele Exemplare absetzen. Und das geht dann schon in Dimensionen von mehreren Tausend Exemplaren, die im Fachbuchbereich vor allem Bestsellerautoren vorbehalten sind.
epubli ist wie Personalnovel und andere der neuen Publishingdienste am 22./23.3. auch auf der Exceed-Konferenz in Berlin vertreten.
PS. Wer sich über den "Umsatzeinbruch" im Juni wundert. Dabei handelt es sich um einen Lieferengpaß, der im Juli wieder ausgeglichen wurde.
Frühere Beiträge zum Thema:
Wer schnappt sich den deutschen Buchhandel?
Buchhandel im Umbruch: Von der Wucht der Welle überrascht
Die eBook-Revolution: Was macht das "Buch" der Zukunft aus?
21.02.12
Klonen lohnt sich für deutsche Gründer (und ihre Geldgeber) mehr denn je. Doch was wäre die deutsche Klonkultur ("Das neueste aus Deutschlands Klonfabriken") ohne die kapitalstarken US-Startups, die bereitwillig zugreifen?
Heute hat Fab.com Casacanda übernommen und die Seite in Fab.de umbenannt:
"We did a study of the German market in October and November and went through a decision process of whether to build or acquire.
In early December we took a trip to Berlin and met with a few potential partners to explore launching Fab in Germany. Of all the teams and people we met with in Berlin, we were far and away most impressed with the founders and team at Casacanda.
The more Bradford and I met with them the more we became convinced that the best way to launch Fab in Germany was with them."
Mehr im Blog von Fab.com ("Fab Acquires Casacanda").
Casacanda stammt aus dem Stall von Hommels & Jung, die bereits unzählige Shoppingclubs (und Groupon-Klone) aufgebaut und verkauft haben. Auch Ottos Russlandarm Fast Lane Ventures soll an Casacanda beteiligt gewesen sein.
Damit ist das Rennen um die deutschen Klonkönige 2012 eröffnet. Klonkönige 2010 waren die Samwer-Brüder mit Citydeal, das für Anteile im Wert von 126 Mio. Dollar in Groupon aufging, Klonkönige 2011 die Heilemann-Brüder, die DailyDeal für 114 Mio. Dollar an Google Offers verkaufen konnten.
Wie hoch Fab.com die 250.000 Casacanda-Adressen bewertet hat, ist noch nicht bekannt. Fab.com wurde bei der letzten 40 Mio. Dollar Runde mit kolportierten 200 Mio. Dollar bewertet.
Nachtrag (1): Venture Village spricht von einer Bewertung von 10 Mio. US-Dollar
Nachtrag (2): Einen guten Punkt hat auch EU-Startups ("Fab acquires Casacanda to beat the Samwers")
Frühere Beiträge zum Thema:
Fab.com und das neueste aus Deutschlands Klonfabriken
Fab: Wie offen sollten E-Commerce-Startups kommunizieren?
Springstar: Jung/Hommels bündeln ihre Beteiligungen in Berlin
20.02.12
Eine Hand wäscht die andere. Am Beispiel von "Superangel" Ron Conway gibt Fortune ein paar nicht unspannende Einblicke in die "Freunderlwirtschaft" im Silicon Valley ("Ron Conway is a Silicon Valley startup's best friend"):
"Conway may not be a brand name outside of tech circles, but in the startup-fueled economy of the Bay Area, he's a ubiquitous character with an outsize personality who is often called the godfather of Silicon Valley.
It's a moniker he's earned, in part, by investing relatively small sums in more than 600 Internet companies since the mid-1990s. Hundreds went bust, but there are a few you might have heard of. In the first Internet boom, he bet on PayPal and Google."
Für alle, die schon immer interessiert hat, wie die Szene im Silicon Valley tickt und warum wir uns heute selbst in Berlin mit den Ashton Kutchers dieser Welt herumschlagen müssen.
Im Chart ist auch sehr schön zu erkennen, welche Bedeutung das Thema E-Commerce im Silicon Valley erlangt hat. Kaum ein Monat, in dem Conways SV Angel Investments nicht mindestens bei einem E-Commerce-Startup einsteigt.
Allerdings ist das Silicon Valley Im Online-Handel, wo zuletzt Handelsinnovationen Techinnovationen geschlagen haben ("More Than Nerd Commerce"), auch heute noch nicht wieder der Nabel der Welt. Die prägenden E-Commerce-Startups kommen in den USA wenn, dann eher von der Ostküste.
Frühere Beiträge zum Thema:
Kickstarter: What's the story? [Erfolgreiches Crowdfunding]
E-Commerce für 2012: "More Than Nerd Commerce!"
Gender Innovation: Wer knackt den Online-Code der Frauen?
19.02.12
Viele lassen sich bei Pinterest von der Oberfläche blenden. live.hackr schürft wie gewohnt ein bisschen tiefer und hat eine der besten Analysen:
"Pinterest ist ja vor fast zwei Jahren gestartet, ist also keineswegs vom Himmel gefallen. Dann blieb es allerdings ca. 1,5 Jahre lang mehr oder weniger unentdeckt, hat sich aber in der ‘kreativen' Szene nicht nur als Geheimtipp etabliert.
Damit haben sie sich selbst die Bedingung für die spätere Möglichkeit zur viralen Explosion geschaffen, weil - als dann der Impuls zur sich beschleunigenden Ausbreitung kam - etwas da war, an das neue User anknüpfen konnten. Es gab Kultur, Material, funktionierende Praktiken und eine gutgelaunte Community.
Als neuer Gast fand man sich durch Zufall auf einer unerwartet coolen Party ein (bevor die social media crowd draus ein saufgelage am ballermann macht, anders als ‘geplante' erfolge wie alles von google, wo man sich eher wie der zehnte besucher in einem ansonsten leeren stadion fühlt; das ist auch der grund, warum google nix soziales machen kann; bei ihnen gibt es nichts, was zwischen der steppe und der horde liegen kann)."
Die neuesten Pinterestzahlen von RJMetrics untermauern, dass gute Dienste im Social Web ihre Zeit brauchen, um zu reifen, wobei man sehr schön sieht (s. Kuchendiagramm), dass bei den Nutzerinnen weniger das Pinnen als das Re-Pinnen populär ist und damit einer der wesentlichen Wachstumstreiber.
Wir hatten bereits sehr früh über den speziellen Reiz von Pinterest berichtet. Mehr auch in unserem Update zum Pinterest-Phänomen
Etsy, Polyvore und Pinterest haben den Online-Code der Frauen geknackt. Wer noch? - Das fragen wir uns auch auf der Exceed 2012 im März in Berlin
Frühere Beiträge zum Thema:
Social Shopping: Alles über das Pinterest-Phänomen
Pinterest und die neue Ästhetik des Social Shopping
The Fancy: Luxuskonzern PPR investiert 10 Mio. Dollar in Shopping-Tumblr
Gender Innovation: Wer knackt den Online-Code der Frauen?
19.02.12
"Denken Sie nicht nur an die üblichen Verdächtigen. Es kann genauso gut ein Unternehmen sein, das auch die besonderen Möglichkeiten der neuen Medien erkennt."
So Weltbild-Chef Carel Halff zu den möglichen Interessenten für seine Verlagsgruppe, die gerade ebenso zum Verkauf steht wie Thalia.
Wer schnappt sich die beiden deutschen Buchhandelsriesen und was wird aus der Buchbranche nach den Verkäufen?
Wahrscheinlich ist, dass der Ausverkauf des deutschen Handels weitergeht und sich wie inzwischen üblich entweder Finanzinvestoren oder internationale Konzerne Thalia & Co. schnappen:
"Zu den Kaufinteressenten zählt nach Informationen des [Manager] Magazins die US-Beteiligungsgesellschaft Najafi, die in der Vergangenheit bereits die Buchclubs des Bertelsmann-Konzerns in den USA und Frankreich erworben hat."
Es sind aber auch Alternativen denkbar: So kommt die Metro-Gruppe mit einer möglichen Fusion von Kaufhof und Karstadt zwar nicht so recht voran. Gleichzeitig steigt die Gruppe aber nicht nur mit Redcoon ("Elektronik günstig und Bücher"), sondern auch mit Saturn in den Buchhandel ein.
Wandelt sich die Media Saturn Gruppe vom Elektronik- wieder mehr zum Medienhändler? Und wer würde besser in die Gruppe passen - Weltbild oder Thalia?
Spannend sind die Verkäufe auch deshalb, weil beide Buchhändler mit Buch.de und Bücher.de auch zwei etablierte Online-Versender im Angebot haben, die allerdings im Wettbewerb mit Amazon nie ein eigenes Profil entwickelt haben.
Frühere Beiträge zum Thema:
Der deutsche Buchhandel steht zum Verkauf
Buchhandel im Umbruch: Von der Wucht der Welle überrascht
Die eBook-Revolution: Was macht das "Buch" der Zukunft aus?
Buch.de: Douglas & Co. investieren 24 Mio. € frisches Kapital
Die Borders-Pleite und die Folgen für den Buchhandel
Thalia knackt die Umsatzmilliarde, Amazon zieht vorbei
18.02.12
Der Online-Druck steigt von Jahr zu Jahr. Und weit schneller als die Branche dies erwartet (siehe 55 Thesen zum Buchmarkt 2025(!)), ist der traditionelle Buchhandel dabei zu kollabieren. Nach dem amerikanischen und dem britischen steht inzwischen auch der deutsche Buchhandel zum Verkauf.
Die Douglas-Holding, "von der Wucht der (Online-)Welle" überrascht, will Thalia loswerden (auch wenn sie das als Verkäuferin so nicht sagen darf). Wer also Vorstellungen hat von der Zukunft des Buchhandels, der kann momentan das ein oder andere Schnäppchen schlagen.
Wir hatten das drohende Ungemach für den vormaligen Branchenführer vor einem Jahr so formuliert: Thalia knackt die Umsatzmilliarde, Amazon zieht vorbei und später ausgeführt in Die Borders-Pleite und die Folgen für den Buchhandel.
Was kommt nach dem Buchhandel (wie wir ihn bisher kannten)?
Die Menschen lesen heute mehr denn je und dank Amazon & Co. bzw. durch den direkten (Online-)Zugang zur Leserschaft können heute mehr Autoren vom Schreiben leben denn je. Nicht gerade zur Freude der "Content-Industrie", die wohl weniger das Wohl vieler, neuer Autoren (und deren Leser) als das Wohl der bisherigen Gatekeeper, der Verlage und des stationären (Buch-)Handels, im Auge hat.
So propagiert der Branchenverband der Buchindustrie in seiner Mischung aus Hilflosigkeit und Verzweiflung weiter das Prinzip Buch - anstatt etwa das Prinzip Lesen oder ein zeitgemäßes Leseerlebnis in den Vordergrund zu stellen. Nicht einmal unsere Freunde vom bvh würden heute noch das "Prinzip Katalog" propagieren (wobei sie da inzwischen durchaus weiter sind als viele ihrer Mitglieder).
Die Branche, die wir im Industriezeitalter als Buchbranche kannten (und durchaus liebgewonnen haben), wird gerade neu erfunden (siehe Das Bermudadreieck der Buchbranche). Zeitgemäße Lese-Angebote, neue Vertriebsmodelle und -Plattformen entstehen (siehe Was macht das "Buch" der Zukunft aus?), die mit dem Buch in seiner überlieferten Form nicht mehr viel zu tun haben.
Spannende Zeiten für alle, die nicht in erster Linie den Besitzstand (= das gedruckte Buch) wahren wollen, sondern ein echtes - kulturelles, gesellschaftliches wie wirtschaftliches - Interesse an viel gelesener, hochwertiger (Fach-)Literatur haben.
Ob und wie schnell deutsche Innovationstreiber diese Zukunft aktiv (mit)gestalten können, hängt nicht zuletzt von einem zeitgemäßen Urheberrecht ab, das nicht alleine die Anforderungen der Industrie berücksichtigt. Aber auch das scheint ja im Rahmen der ACTA-/"Piraterie"-Debatte langsam ins öffentliche Bewusstsein zu dringen. Auch wenn sich die Industrie heftig wehrt.
Siehe zum Vergleich die Haltung von Amazon zum US-Pendant SOPA.
Viele der Absurditäten der Buchbranche bekommt man erst mit, wenn man selber aktiv beteiligt ist. Insofern war die Veröffentlichung der 50 Denkanstöße (für den Online-Handel von morgen) im Eigenverlag sehr lehrreich.
Frühere Beiträge zum Thema:
Buchhandel im Umbruch: Von der Wucht der Welle überrascht
Die eBook-Revolution: Was macht das "Buch" der Zukunft aus?
Buch.de: Douglas & Co. investieren 24 Mio. € frisches Kapital
Die Borders-Pleite und die Folgen für den Buchhandel
Thalia knackt die Umsatzmilliarde, Amazon zieht vorbei
18.02.12
Unsere Jobposts zählen nicht ohne Grund zu den Topbeiträgen bei Exciting Commerce. Denn immer zum Wochenende bringen wir die neuesten E-Commerce-Jobs sowie die Top-Arbeitgeber für den Online-Handel, die ständig auf der Suche nach guten Leuten sind. Aktuell:
Internetstores AG
NETFORMICÂ GmbH
Aktuell sind folgende neue Stellen ausgeschrieben:
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Fashion Days International AG sucht für den Standort Düsseldorf/Zürich:
Head of Online_Marketing (m/w)
Operations Manager (m/w)
Buyer/Junior Buyer (m/w)
mehr über Fashion Days International AG
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cleverbridge AGsucht für den Standort Köln:
Director of Marketing
Technical Lead SAAS
Salesforce Entwickler
weitere Jobs bei cleverbridge AG
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Online-Händler und E-Commerce-Unternehmen, die Topleute suchen und/oder sich bei uns als Top-Arbeitgeber präsentieren wollen, wenden sich bitte an Nadine Schmitt jobs@excitingcommerce.de
Ideen, Wünsche und Anregungen für unsere Job-Rubrik sind jederzeit herzlich willkommen.
Frühere Beiträge zum Thema:
Neue Jobs bei cleverbridge, crealytics, Tradebyte und Conexco
Neue Jobs bei buch.de, Team Europe, cleverbridge und ARITHNEA
Neue Jobs bei neckermann.de, von Wilmowsky, xplace, ARITHNEA, Unic
17.02.12
Project A Ventures ist nicht Ottos einzige Innovationsoffensive für 2012.
Parallel zur Berliner Klonfabrik entsteht in Hamburg die Liquid Labs GmbH, eine Art Forschungslabor für neue Geschäftsideen.
Sie wird betrieben von Paul Jozefak, der kürzlich bei Neuhaus Partners ausgestiegen ist, und geleitet von Michael Backes (Ex-eVenture Capital) und Marc Berg (Director Corporate Strategy der Otto Group).
Das Handelsregister weiß über Liquid Labs folgendes zu berichten (Auszug leicht gekürzt):
"Die Gesellschafterversammlung vom 15.12.2011 hat die Neufassung des Gesellschaftsvertrages beschlossen, insbesondere in den §§ 1 (Firma) und 2 (Gegenstand).
Liquid Labs GmbH. die Entwicklung von Portfolio Management sowie die Konzeptionierung von neuen Geschäften in Form eines "Inkubators", insbesondere die Erforschung und Entwicklung neuer Geschäftsideen.
Dies umfasst auch die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern anderer Gesellschaften sowie die Erbringung von Dienst- und Beratungsleistungen.
Bestellt Geschäftsführer: Backes, Michael, Hamburg, *10.09.1977; Berg, Marc, Hamburg, *28.01.1975, jeweils vertretungsberechtigt gemäß allgemeiner Vertretungsregelung."
Ein bisschen mehr dazu bei Techcrunch Europe
Frühere Beiträge zum Thema:
Alles über Ottos Online-Offensiven 2012
The Oryx Project: Ottos Project A Ventures gibt richtig Gas
The Oryx Project: Otto steigt bei Amerano und Wine in Black ein
17.02.12
Neckermann hat Quelle überlebt, ist aber immer noch nicht über den Berg. Die Katalogumsätze brechen weiter schneller ein als erwartet. Und online alleine trägt sich noch nicht wirklich.
Die FAZ hat ein Update zur Geschäftsentwicklung bei Neckermann ("Ertragslage unbefriedigend"):
"Der Versandhändler Neckermann aus Frankfurt wächst wie gewünscht anhaltend stark im Internet. Mittlerweile erzielt die Neckermann.de GmbH fast vier Fünftel des Umsatzes im E-Commerce. Allerdings ist die Ertragskraft noch nicht so, wie es sich das Management wünscht."
Gerade hat sich der für den Einkauf verantwortliche Geschäftsführer Ludger Schöllgen in die Babypause verabschiedet (PDF). Und auch die Tochter Happy Size hat einen neuen Geschäftsführer (PDF).
Ein bisschen mehr zu Neckermann findet sich auch im gerade für 2011 aktualisierten Börsenprospekt von Demandware, dessen größter Kunde Neckermann ist:
2011 trug Neckermann 16,0% (= 9,1 Mio. Dollar) zum Demandware-Umsatz von 56,6 Mio. Dollar bei, 2010 waren es 20,6%Â (= 7,6 Mio. Dollar) von 36,7 Mio. Dollar.
Für 2010 hatte Neckermann erstmals die Umsätze seiner Vertriebsplattform veröffentlicht. Die Partnerumsätze betrugen damals 13% des Gesamtumsatzes (2009: 11%).
Seit Herbst 2010 hält Sun Capital Partners alle Neckermann-Anteile.
Frühere Beiträge zum Thema:
Demandware IPO: Neckermann mit Abstand größter Kunde
Neckermann gibt erstmals Partnerumsätze bekannt
Neckermann geht komplett an Sun Capital Partners
16.02.12
EVenture Capital Partners, das das Otto-Vermögen online investiert, hat nach langer Zeit mal wieder seine Beteiligungsübersicht aktualisiert. Besonders das Europa-Portfolio ist durch die Partnerschaft mit Fast Lane Ventures inzwischen sehr russlandlastig:
Wir hatten über die meisten E-Commerce-Investments (Farfetch, Recurly, etc.) schon berichtet, abgesehen von Openbucks und Friendsurance, die aber nur bedingt ins Exciting Commerce Segment fallen.
Den bereits gemeldeten Verkauf von Sapato an Ozon hat eVenture inzwischen bestätigt.
Kurios, dass dieselbe Portfolio-Übersicht bei BV Capital nicht nur länger ist, sondern auch andere Logos enthält (Wer findet alle Unterschiede?)
Mehr zu den Aktivitäten von eVC Partners auch in unserem letzten VC-Report ("eVenture sieht sich auf der Überholspur"). Mehr zu anderen Otto-Online-Offensiven in unserer kleinen Orientierungshilfe
Frühere Beiträge zum Thema:
Alles über Ottos Online-Offensiven 2012
VC-Report: Ottos eVenture Capital sieht sich auf der Überholspur
Ottos eVenture Capital: Geht Sapato.ru an Ozon.ru?
Recurly holt $6 Mio. von BV Capital (aka Ottos eVC Partners)
Farfetch Mode holt $18 Mio. von Ottos eVC Partners & Co
eVC Partners: Groupon und seine glücklichen Investoren
18.02.12
Etsy-Chef Chad Dickerson gibt im Entwicklerblog ein paar gute Einblicke in die Unternehmenskultur ("The Etsy Way"):
"Pretty much everything we write about above is open source (even the culture) so the motivated reader will find links to tips and actual software along the way to actually set things up on his/her own.
If there's anything you'd like to know more about The Etsy Way, just let us know in the comments. We'll add it if we have it, and probably write it if we don't."
Etsy hat sein Handelsvolumen 2011 von 314 Mio. auf 538 Mio. Dollar gesteigert und im Dezember mit 70 Mio. Euro einen neuen Umsatzrekord erzielt.
Frühere Beiträge zum Thema:
Etsy steigert Handelsvolumen 2011 auf $538 Mio. (+71%)
Etsy wächst von 180 Mio. auf 314 Mio. Dollar Jahresumsatz
5 Jahre Etsy: Connect, Share and Exchange Things
16.02.12
Die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik hat ihren jährlichen Samwer-Report für 2011 um einen Zalando-Report ergänzt und freundlicherweise erstmals auch Umsatzzahlen für Zalando veröffentlicht (PDF):
"Zalando has continued a strong growth in 2011. In the first half of 2011, the company generated net sales of approximately EUR 200 m, compared to full year sales of EUR 159 m in 2010. Due to the strong growth and geographical expansion, the company reported an operating loss."
Zalando selber sprach zuletzt davon, dass es (Brutto-)Umsätze von 100 Mio. Euro pro Monat generiert.
Bei einem Netto-Umsatz von 200 Mio. Euro im ersten Halbjahr kann man davon ausgehen, dass Zalando für das Gesamtjahr die 500 bis 600 Mio. Euro erreicht hat, die für Brutto-Umsätze von über einer Milliarde Euro notwendig wären.
Frühere Beiträge zum Thema:
Samwers beteiligen Yuri Milners DST mit 4% an Zalando
Zalando: "We generate 100m Euros per month in revenue"
Samwer Report: Zalando-Bewertung steigt auf 1,6 Mrd. Euro
Zalando-Chef David Schneider über den Multi-Channel-Mythos
Zalando-Analyse: Wo steht Zalando heute, wo kann es hin?
Samwer Report: Wie Marketing bei Zalando & Co. funktioniert
Samwer Report: Zalando rüstet Lagerkapazitäten für 2012
16.02.12
Investment AB Kinnevik hat seinen jährlichen Samwer Report für Rocket Internet und die wachsende Zahl seiner Samwer-Beteiligungen veröffentlicht (PDF). Siehe auch die zugehörige Präsentation (PDF) mit Weltkarte:
Demnach hat Kinnevik alleine 2011 rund 305 Mio. Euro (oder 2.673 Mio. schwedische Kronen) in Samwer-Startups investiert, insgesamt bisher knapp 390 Mio. Euro (oder 3.411 Mio. SEK):
Zalando bekam 2011 knapp 95 Mio. Euro (828 Mio. SEK) von Kinnevik, insgesamt bisher knapp 120 Mio. Euro (1 Mrd. SEK). Kürzlich ist Yuri Milners DST Fonds als weiterer Großkapitalgeber bei Zalando eingestiegen.
Home24 (vorm. Möbelprofi) und die anderen Samwer Möbelstartups (siehe die ultimative Chance im Möbelmarkt) sind 2011 von Kinnevik mit gut 40 Mio. Euro (363 Mio. SEK) bedacht worden.
Neu im Kinnevik-Portfolio sind inzwischen auch Westwing und Pinspire.
Der Kinnevik-Quartalsbericht enthält diesmal soviele Infos zu den Samwer-Beteiligungen wie nie zuvor.
Frühere Beiträge zum Thema:
Rocket Internet sucht Milliardenfinanzierung bei Staatsfonds
Samwers beteiligen Juri Milners DST mit 4% an Zalando
Oliver Samwer über die ultimative Chance im Möbelmarkt
Samwer Report: Wofür Rocket weitere Milliarden braucht
Samwer Report: Wie angel ich mir einen 300 Mio. € Investor?
16.02.12
Der Samwer-Report, sprich: die Zalando-Umsätze ("We generate 100m Euros per month") sowie der "Anti-Samwer"-Report, sprich: Ottos Online Offensiven 2012, stehen momentan ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Ebenso die Strategien der Media Märkte, die nun ihren Weg ins Internet suchen.
Alles weitere zu diesen Topthemen auch in den Januar-Essentials.
Besonders freut uns, dass auch unsere Jobposts zu den Topbeiträgen zählen und in der seit dem Jahreswechsel nochmals optimierten Form auf weiter steigendes Interesse stoßen. Spannende Jobs finden also auf jeden Fall Interessenten. Für die nötige Aufmerksamkeit ist jedenfalls gesorgt.
Hier die 10 populärsten Beiträge der vergangenen 30 Tage nach Zugriffen:
The Oryx Project: Otto bestätigt Kampfansage an Samwers
The Oryx Project: Hat Otto die Samwer-Crew aktiv angeworben?
Was die Media-Markt-Strategie so wegweisend macht
Samwer Report: Home24 ist der neue Name von Möbelprofi
Neue Jobs bei neckermann.de, von Wilmowsky, xplace, ARITHNEA, Unic
Mediamarkt.de: Eine E-Commerce-Strategie für Selbstabholer
Media Markt und das Online-/Photo-Verbot in den Läden
Zalando: "We generate 100m Euros per month in revenue"
Neue Jobs bei Brille24, Tengelmann, xplace, Arithnea, Carpathia Consulting und Unic
The Oryx Project und die Pläne der ehem. Rocket-Führung
Die Liste umfasst sowohl direkte Seitenabrufe als auch die Abrufe via Feedreader.
Die Topthemen des Jahres 2011:
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez
Die Topthemen des Jahres 2010:
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez
15.02.12
Wie die Immobilienseiten melden, haben die Samwers ein imposantes, neues Hauptquartier für Rocket Internet und seine Startups gefunden. Demnach zieht Rocket Internet von der Saarbrückerstraße weg in den ehemaligen Firmensitz von Brands4Friends:
"In Berlin hat die Rocket Internet GmbH 8.500 m² in der Johannisstraße 20 angemietet. Das 7-stöckige Gebäude Johannishof steht in Teilen unter Denkmalschutz.
Neben der historischen Architektur tragen moderne Elemente wie das Entree aus Stahl und Glas zur Funktionalität des Bürohauses bei. Den Mittelpunkt des Objekts bildet das mit Glas überdachte Atrium."
Langjährige Exciting Commerce Leser werden sich noch an das eindrucksvolle Atrium erinnern, wo wir im März 2008 den 2. Roundtable in Berlin bei Brands4Friends durchgeführt haben:Â
Inzwischen sind wir mit unseren Berliner Veranstaltungen ein paar Hausnummern weitergezogen - in die Kalkscheune, wo nach den Live Shopping Days im letzten Jahr am 22./23. März die erste Exceed-Konferenz für neuen E-Commerce stattfindet.
An einer Führung durch die neuen Rocketräume arbeiten wir noch ;)
Frühere Beiträge zum Thema:
Rocket Internet wünscht Project-A-Team "Glück und Erfolg"
Marketing Rockstars: Florian Heinemann auf Vortragstour
Rocket Internet: "Die beste Startup-Schule, die man bekommen konnte"
Wir bei Xing
Rene Körting
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